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Das ARTMUC Magazin widmet dem Kunstpreis in seiner Ausgabe November 2015 den Aufmacher-Artikel.

 

ZWEI:EINS - Ein neuer Kunstpreis auf innovativem Weg

Es gibt zahlreiche Kunstpreise, die bildende Kunst fördern, Sichtbarkeit herstellen oder Realisierungen unterstützen. In diesem Feld gelingt dem neuen Münchner Kunstpreis »zweizueins« eine außergewöhnliche Positionierung. Ausgeschrieben wird er von Sonet, einer Dachorganisation für Stiftungen und gemeinnützige Organisationen. Maßgeblich initiiert wurde er von der Castringius Stiftung im engen Schulterschluss mit der Stiftung Otto Eckart und der Stiftung Federkiel. Gut zwei Jahre wurde daran gearbeitet Zielsetzungen und Rahmenbedingungen festzulegen. Basis für diese Ausarbeitung war ein Netzwerk, das namhafte Akteure der Münchner Kunst- und Kulturszene vereinte. Vertreten in diesem Kreis sind unter anderem Kompetenzen aus dem musealen Umfeld, Protagonisten aus den Kunsträumen und Galerien sowie weiterer Stiftungen.

Ein Ergebnis der umfassenden Beratungen ist, den mit 10.000 Euro dotierten Preis für Münchner KünstlerInnen ohne Altersbegrenzung auszuloben. Dies ist durchaus ungewöhnlich, da die meisten Kunstpreise für junge Talente bis zum Alter von 35 Jahren ausgeschrieben werden, gefolgt von Auszeichnungen für Lebenswerke, was meist hochproduktive Jahrzehnte künstlerischer Lebensläufe ungeachtet außen vor lässt. Sehr eigenständig und zukunftsweisend ist darüber hinaus die Anforderung an die Einreicher, mit einem anderen gesellschaftlichen Feld oder einer wissenschaftlichen Disziplin zu kooperieren. Während sonstige Auszeichnungen im Kontext der Kunstszene verhaftet bleiben, ist hier die Ausweitung in einen übergreifenden gesellschaftlichen Zusammenhang Programm. Hierfür steht auch die Namensgebung »zweizueins«. Diese inhaltliche Programmatik geht weit über die Ausschreibung hinaus, da sie auf ein künstlerisches Denken vertraut, dass relevante Beiträge zu gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen beitragen können.

Die meisten Arbeits- und Forschungsfelder sind linear aufgebaut. Nur was bewiesen und belegt werden kann, ist wahr und nur was absehbar zu Nutzen oder Profit führt, wird forciert. Die Kunst verlässt dieses zielgerichtete Denken, erprobt den Zweifel, das Querdenken und eröffnet so ganz neue Möglichkeiten. Derzeit laufen die Vorbereitungen für die erste Preisverleihung Mitte November auf Hochtouren. Während in den ersten Jahren aus dem Kreis der auslobenden Netzwerkpartner nominiert wird, ist in den folgenden Jahren eine öffentliche Ausschreibung des Wettbewerbs geplant. Das prämierte Kooperationsprojekt wird dann bis zur nächsten Preisverleihung realisiert und ideell vom Netzwerk der Ausschreibung unterstützt. Damit formiert sich nicht nur ein neuer Kunstpreis in München, sondern auch eine Verknüpfung von Stiftungsgeldern, bürgerschaftlichem Bekenntnis zur gesellschaftlichen Verantwortung und Vertrauen in die Potentiale für Kunst, das weit über München hinaus wohl ziemlich einmalig ist.

Dörthe Bäumer

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